Berlin (ots) – Der rote Teppich für Magna muss wieder eingerollt
werden. Die deutsche Politik in Bund und den Ländern mit
Opel-Standorten steht nach dem Beschluss des Verwaltungsrates von
General Motors, die Europa-Tochter nun doch zu behalten, ziemlich
bedröppelt da.
Nun rächt sich, dass man sich in Sachen Opel ausschließlich an Magna
gekettet hat. Dabei will der Zulieferer 10 000 Stellen abbauen
- vorrangig nicht in Deutschland -, verlangt Lohnverzicht von den
Beschäftigten und wird für ein reichlich windiges Geschäftsmodell mit
dem Schwerpunkt Russland auch noch mit üppigen Milliardenhilfen
geködert. Die industriepolitische Kirchturmpolitik ist gescheitert,
mit der man die europäischen Partner verärgerte und sich bei den
EU-Wettsbewerbshütern in die Bredouille brachte. Dass die deutsche
Politik Detroit jetzt auch noch drängte, Brüssel zu versichern, GM
sei nicht zu einem Verkauf an Magna gedrängt worden, brachte das Fass
offenbar zum Überlaufen.
Das eigentlich Schlimme an der Kehrtwende in Detroit ist nicht, dass
Magna nun doch nicht zum Zuge kommen soll, sondern dass für die
Beschäftigten die Zeit der Ungewissheit wieder von vorne beginnt. GM
hat noch keinen Plan für Opel, sondern will erst ein – sicher nicht
minder brutales – Restrukturierungskonzept ausarbeiten, dann folgen
Verhandlungen mit Gewerkschaften und der Politik. So gesehen ist auch
offen, ob das letzte Wort in Sachen Opel schon gesprochen ist. Der
rote Teppich für Magna wird noch nicht eingemottet.
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