Neues Deutschland: zum Karlsruher Beschluss über parlamentarische Entscheidungen zum EFSF



Berlin (ots) – Am liebsten hätte Angela Merkel dieser Tage eine starke Parlamentsbeteiligung bei der Euro-Krisenpolitik ausgehebelt. Aber gestern machte ihr das Bundesverfassungsgericht einen Strich durch die Rechnung. Die Richter legten fest, dass die erst vor kurzem bestimmten neun Abgeordneten eines Geheimgremiums, das sich in dringlichen und vertraulichen Fällen mit Maßnahmen des Euro-Rettungsfonds EFSF befassen soll, vorerst keine Entscheidungen treffen dürfen. Das endgültige Urteil steht noch aus. Schwarz-Gelb müsste für weitere Hilfsmaßnahmen zunächst die Zustimmung des gesamten Bundestages einholen. Der Karlsruher Beschluss ist folgerichtig. Denn es geht um die Verwendung von Steuermitteln. Und das Budgetrecht liegt beim Parlament. Bei Entscheidungen über Milliarden kann es nicht einfach durch eine schnelle Eingreiftruppe mit einer Mehrheit von Merkel-treuen Konservativen und Liberalen ersetzt werden. Die Kanzlerin und Finanzminister Wolfgang Schäuble werden nun wohl öfter als ihnen lieb ist vor dem Plenum ihre bisher unwirksame Krisenpolitik rechtfertigen müssen. Weniger schwere Zeiten hätten ihnen mit der Möglichkeit eines schnellen Verfahrens hinter verschlossenen Türen über in der Bevölkerung unpopuläre Maßnahmen bevorgestanden. Dass dieses jetzt vorläufig ausgesetzt wurde, ist ein Etappensieg in der derzeitigen Auseinandersetzung um die parlamentarische Demokratie.

Pressekontakt:

Neues Deutschland
Redaktion / CvD

Telefon: 030/2978-1721

Trackback URL

, , , , , , , , , , , ,

Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Quelle Firmenname) verantwortlich. Dieser ist auch grundsätzlich Urheber, sowie auch für jegliche Bilder und weiteren Materialien in dieser Pressemitteilung.

Blogspan.net (Alexander Baumgärtner) übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

No Comments on "Neues Deutschland: zum Karlsruher Beschluss über parlamentarische Entscheidungen zum EFSF"

Hi Stranger, leave a comment:

ALLOWED XHTML TAGS:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Subscribe to Comments