Berlin (ots) – Der Hinweis, Einstein und Goethe seien Deutsche
gewesen, nutze uns heute nicht viel, meinte gestern DGB-Chef Michael
Sommer auf einer Bildungskonferenz seiner Organisation in Berlin.
»Goethe und Einstein sind schon lange tot.« Das war an die anwesende
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) gerichtet und sollte
soviel heißen wie: Es kommt darauf an, Politik für die Zukunft zu
machen, statt sich mit dem Ruhm der Vergangenheit zu begnügen.
Als Einstein studierte gab es noch keinen europäischen
Hochschulraum, keine modularisierten Studiengänge, war nicht die Rede
vom Bachelor als »erstem berufsqualifizierenden Hochschulabschluss«.
Wie hat das der junge Albert damals eigentlich geschafft, dennoch zu
bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen zu kommen? Das
schaffte er, weil er als »technischer Experte 3. Klasse« beim
Schweizer Patentamt in Bern angestellt war und die Arbeit ihm genug
Zeit für seine Forschungen ließ.
Die Relativitätstheorie müsste heute warten, entdeckt zu werden. Die
Studienpläne sind überfrachtet, ein Bachelor-Abschluss verspricht
vielfach nur prekäre Arbeitsverhältnisse und europäisch ist an dem
europäischen Hochschulraum allenfalls das Ausmaß des derzeitigen
Studentenprotestes. Ob sich das die Väter und Mütter der sogenannten
Bologna-Reform so vorgestellt haben, als sie sich vor zehn Jahren in
der norditalienischen Stadt Bologna trafen?
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