Klagenfurt/Frankfurt (ots) – Noch am Tag nach dem schnellsten Ironman Rennen der Welt gab es in Klagenfurt Standing Ovations für den schnellsten Ironman Athleten der Welt. Marino Vanhoenacker hatte am Sonntag beim Ironman Austria eine Fabelzeit von 7:45:58 Stunden hingelegt – 4:29 Minuten schneller als die alte Weltbestzeit von 1997. Der Hawaii-Dritte von 2010 konnte an kaum einem Café am Rande des Wörthersees vorbeigehen, ohne dass sich die Gäste von ihren Stühlen erhoben und applaudierten. Und obwohl ihm nach der Spitzenleistung über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen jede Bewegung schwer fiel, lachte der 34-Jährige die Muskelschmerzen weg. “Das war es wert”, so der Familienvater aus Jabbeke bei Brügge, sichtlich gerührt von der Begeisterung der Fans.
Es war der 6. Sieg in Folge für den Belgier bei diesem Event. Solch eine Siegesserie war noch nie einem Ironman Athleten zuvor gelungen. Insgesamt kann er mittlerweile auf 9 Ironman Siege zurückblicken – so viele wie kein anderer Ironman Athlet in Europa. Dass der Commerzbank Athlet dabei in 4:15:37 Stunden die zweitbeste Radzeit aller Zeiten fuhr, wird bei so vielen Superlativen fast schon zur Randnotiz. Jan Wendt, Teammanager der Commerzbank Triathlon Teams von MMH: “Marino ist mit diesem Fabelweltrekord in neue Triathlon Dimensionen vorgestoßen. Wir freuen uns wahnsinnig für ihn und sind mächtig stolz, dass er bei uns im Team ist.”
Interview
2010 verpassten Sie die neue Weltrekordzeit nur knapp. Wann wussten Sie, dass es in diesem Jahr klappen würde?
Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie mit allen Kräften auf einen Tag hinarbeiten und Sie endlich all die Power rauslassen wollen, die Sie sich monatelang antrainiert haben? So ein Gefühl war das. Der Druck durch die Medien, die schon im Vorfeld immer von Weltrekord gesprochen haben, hat mich noch zusätzlich angespornt. Am Sonntag lief dann einfach alles zusammen und die Zuschauer an der Strecke waren so gigantisch, dass es einfach nicht langsamer ging.
Sie sind nicht nur Weltrekordler, sondern auch der einzige 6-fache Seriensieger bei einem Ironman Event der einzige Athlet in Europa mit 9 Ironman Siegen. Wie kann man sich da noch steigern?
Für einen Triathleten ist es der Ritterschlag, einmal den Ironman Hawaii zu gewinnen. Letztes Jahr habe ich es auf Platz drei geschafft mit gerade einmal zwei einhalb Minuten Rückstand auf den Sieger Chris McCormack. In diesem Jahr will ich mehr, und so ein Weltrekord verleiht Flügel.
In Kärnten werden Sie gefeiert wie ein Superstar und das ist nicht gerade an der Tagesordnung bei Triathleten. Wie erklären Sie sich das?
Ich glaube, das müssen Sie die Leute fragen. Es ist einfach überwältigend, wie groß die Begeisterung in Österreich ist. Das Medienaufgebot war unglaublich und ich habe noch nie so viele Zuschauer bei einem Ironman Rennen gesehen. Dafür muss man dem Veranstalter ein ganz großes Lob aussprechen. Aber generell glaube ich, dass unser Sport gerade einen absoluten Boom erlebt. Es gibt ja kaum andere Sportarten, wo Hobbyathleten im gleichen Wettkampf antreten können wie die Profis. Das bringt uns sehr nah an die Basis und die Fans honorieren das. Und vielleicht sehen wir ja in drei Monaten mal wieder einen Europäer in Hawaii ganz oben stehen.
Sie sind jetzt mehr denn je Favorit für Hawaii. Wie gehen Sie damit um?
Damit gehe ich sehr gerne um. Ich bin bereit.
(Bildmaterial steht Ihnen im Pressebereich unter www.commerzbank.de/triathlon zur Verfügung.)
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