Bielefeld (ots) – Opposition ist Mist, sagt der scheidende
SPD-Parteichef Franz Müntefering. Doch Opposition ist für die
verzweifelte SPD auch eine Chance zur Erneuerung an Haupt und
Gliedern.
Vieles muss sich ändern: Die Kommunikation in der Partei funktioniert
nicht richtig. Die Parteispitze hat sich nicht nur zunehmend von der
Basis entfernt, sondern auch von der Realität. Dass der scheidende
Parteichef Franz Müntefering im Wahlkampf Angela Merkel empfohlen
hat, ihre Koffer im Kanzleramt zu packen, war ein untrügliches
Zeichen für diese Realitätsverweigerung.
Müntefering hat für die SPD unendlich viele Verdienste. Trotzdem wies
die Spitze zum Schluss zeitweise autistische Züge auf. Sigmar Gabriel
und Andrea Nahles haben nun die Chance für Strukturen zu sorgen, die
tatsächlich wieder einen lebendigen, angstfreien Dialog möglich
machen.
Geführt werden muss auch der Dialog mit der Gesellschaft. Eine
Volkspartei sollte das Ohr ständig an der Wählerschaft haben. Das ist
kein Plädoyer für Populismus, sondern eine Aufforderung an die
Verantwortlichen, die Menschen bei politischen Entscheidungen
mitzunehmen. Und sich eventuell zu korrigieren, wenn der Abstand
zwischen Partei und Bürger zu groß wird.
Die SPD muss also auf die Couch. Die Genossen haben in ihrer
146-jährigen Geschichte viele Krisen überwunden. Diesmal geht es aber
nicht nur um ein neues Programm, und es geht schon gar nicht um eine
schnelle Öffnung gegenüber der Linkspartei . Es geht vordringlich um
einen anderen Umgang mit einander.
Die SPD muss Anerkennung und Solidarität selbst vorleben. Dazu sollte
auch der zerstörerische Kampf zwischen Rechten und Linken in der
Partei endlich ein Ende haben. Auch das gehört zur seelischen
Erneuerung dringend dazu.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
Jörg Rinne
Telefon: 0521 555 276
joerg.rinne@neue-westfaelische.de
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