Bielefeld (ots) – CDU-Generalsekretär Hendrik Wüst ist zu einer
Belastung für seine Partei und den anstehenden Landtagswahlkampf
geworden. Wüst hat sich als glühender Verfechter von Recht und
Ordnung präsentiert, markig hat er auf die strikte Einhaltung von
Gesetzen und Vorschriften gepocht und bei Verstößen für schnelle und
strenge Strafen plädiert. Jetzt muss er die Maßstäbe, die er an
andere anlegt, auch für sich gelten lassen.
Wüst, der vom Landtag und von der CDU als Abgeordneter und
Generalsekretär zwei hohe Gehälter erhält, hat zweimal Zuschüsse zu
seiner privaten Krankenversicherung bezogen. Dass er das nicht
gemerkt haben will, ist kaum zu glauben, schließlich lag schon der
Zuschuss des Landtags über der tatsächlich zu zahlenden Prämie.
Jetzt wurde Wüst erwischt. Ihm geht es wie der Kassiererin, die zu
Unrecht einen Pfandbon von 1,30 Euro einlöste, und der
Sachbearbeiterin, die eine Frikadelle vom kalten Buffet aß. Den
beiden Frauen wurde von ihren Arbeitgebern fristlos gekündigt, Klagen
halfen nicht. Was ist am Fall Wüst anders? Zweierlei Gerechtigkeit
darf es in Deutschland nicht geben.
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Neue Westfälische
Jörg Rinne
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