Bielefeld (ots) – Der Griechenland-Poker geht weiter. Wirklich
neue Karten sind dabei gar nicht im Spiel. Es bleibt im Grundsatz bei
der Doppelbotschaft des letzten EU-Gipfels im Februar: “Die Griechen
schaffen es allein, sie wollen und brauchen keine Hilfe durch die
Partner der Euro-Zone.” Den Märkten wird jetzt signalisiert, dass
Mittel und Wege zur Verfügung stehen, die rechtlichen Hindernisse des
Maastricht-Vertrages zu überwinden, und dass alle – sprich: selbst
die Deutschen – im Zweifel nicht davor zurückschrecken werden, diese
Instrumente zum Einsatz zu bringen.
Den Griechen, schon jetzt zwischen Wut über die unvermeidlichen
Zumutungen und Schicksalsergebenheit schwankend, sollte vermittelt
werden: Wo Auflagen sind, da ist auch Solidarität. Ergänzt um die
wichtige, weil als Abschreckung gemeinte Zusatznachricht: Wer mehr
Solidarität will, bekommt noch mehr Auflagen.
Da sind grundsätzliche Unterschiede in der Sanierungsphilosophie
zutage getreten: In der Bundesrepublik hat Finanzminister Schäuble
das Rausschmiss-Szenario ins Spiel gebracht. Das soll zwar erst in
einem allfälligen europäischen Währungsfonds nach der aktuellen Krise
greifen, ist als Signal aber unmissverständlich: Wir, die Deutschen,
fühlen uns nicht auf ewig mit solchen verheiratet, die notorisch
nicht mit Geld umgehen können.
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