Bielefeld (ots) – Hoffnung, Liebe, Respekt. Diese Worte standen
auf Tafeln, die gestern Menschen zum Gedenken an den Amoklauf von
Winnenden mit sich trugen. Drei einfache Worte, die alles beinhalten,
was für den Umgang der Menschen, ob in der Schule, am Arbeitsplatz,
ja in der Gesellschaft schlechthin, gelten sollte. Das zu leben aber
fällt offensichtlich unendlich schwer.
Erfurt, Emsdetten, Winnenden. Drei Amokläufe, die erschütterten und
uns ratlos zurückließen. Die Politik gab Antworten mit neuen,
schärferen Gesetzen und vermehrter Kontrolle von Waffenbesitzern.
Breit diskutiert wurde die Wirkung von Killerspielen auf die
jugendliche Psyche. Die materielle Gefahrenabwehr wurde ausgebaut,
die ideelle Prävention eher vernachlässigt. Das geschieht, weil
niemand nach so abscheulichen Verbrechen auch nur in den Geruch
geraten möchte, Verständnis für den Täter zu haben.
Zu oft erleben Heranwachsende in Familie, Schule und Gesellschaft
Ausgrenzung, Verletzung und Beschämung. Viele, zu viele sind dem
Druck nicht gewachsen, den Erwachsene auf sie ausüben. Sie werden
hoffnungslos, weil ihnen Liebe und Respekt fehlen.
Ob in Schule oder Internat, im Sportverein oder in der Kirche:
Überall muss ein Klima herrschen, in dem ein Kind schreien kann, wenn
es verwundet wird, und in dem der Schrei auch gehört wird. Das gilt
für stille Kinder ebenso wie für unbequeme oder aggressive. Eltern,
Lehrer und Erzieher müssen sensibilisiert werden zu erkennen, wenn
ein Kind verletzt wurde. Das bedingt, dass wir Kinder ernst nehmen,
mitreden und mitentscheiden lassen. In der Familie wie in der Schule.
Sie haben Rechte und eigene Interessen, die nicht deckungsgleich sein
müssen mit denen der Erwachsenen.
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