Bielefeld (ots) – “Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den
ersten Stein auf sie.” (Johannes 8,7)
Diese Worte hat Jesus zu den Pharisäern gesprochen, die eine des
Ehebruchs überführte Frau nach altem Recht steinigen wollten. Keiner
der frommen Männer hat es daraufhin gewagt, einen Stein gegen die
Frau zu erheben. Und auch Jesus hat sie nicht “verdammt”, wie Luther
übersetzt. Sie alle wussten: Jeder Mensch ist fehlbar, wird schuldig.
Es ist Kernbotschaft der Bibel, dass Sünde vergeben werden kann.
Nun hat Margot Käßmann gefehlt, die Lichtgestalt und zugleich
Reizfigur der Evangelischen Kirche in Deutschland. Mit 1,54 Promille
Alkohol im Blut ist die EKD-Ratsvorsitzende bei Rot über eine
Kreuzung gefahren. Die Höhe des Wertes macht deutlich: Es ist nicht
nur das eine Glas Wein zum guten Essen zuviel gewesen. Experten
sprechen von einem “Rausch”.
Das macht den Unterschied zum eingangs zitieren Vergleich aus. Der
Ehebruch geht nur den engsten Kreis an, das Urteil Außenstehender
verbietet sich. Eine Autofahrt im betrunkenen Zustand, kann
Menschenleben kosten, und geht deshalb die Öffentlichkeit an.
Das gilt umso mehr, wenn es sich um die höchste Repräsentantin der
Evangelischen Kirche handelt. Frau Käßmann steht in der
Öffentlichkeit und hat ihr Leben mit Freude und Leid den Menschen
mitgeteilt. Das macht einen Teil ihrer Stärke und Glaubwürdigkeit
aus.
Davon aber hat sie nun viel verloren. Kann sie nach dem krassen
Fehler noch klare Worte von der Kanzel sprechen? Hat sie noch die
nötige Autorität? Erwarten die Kirchenmitglieder zu viel, wenn sie
eine fehlerlose Bischöfin wollen? Kurz: Ist sie noch die Richtige für
den Ratsvorsitz? Fragen, die Margot Käßmann beantworten muss. Der
Amtsverzicht wäre konsequent.
Für die Evangelische Kirche ist ein trauriger Tag. Mensch, Käßmann!
Pressekontakt:
Neue Westfälische
News Desk
Telefon: 0521 555 271
nachrichten@neue-westfaelische.de
No Comments on "Neue Westfälische: Neue Westfälische Bielefeld: Alkoholfahrt der EKD-Ratsvorsitzenden Mensch, Käßmann! CARSTEN HEIL"