Bielefeld (ots) – Stell dir vor es ist Krieg, und keiner glaubt’s!
Wie unangenehm es werden kann, wenn man den deutschen
Afghanistan-Einsatz in aller Deutlichkeit hinterfragt und kritisiert,
erfährt Margot Käßmann auch zwei Wochen nach ihrer Neujahrsansprache
nahezu täglich. Zur rechten Zeit bekommt die Ratsvorsitzende der
Evangelischen Kirche jetzt Unterstützung von ihrem katholischen
Kollegen. “So wie bisher kann es eigentlich nicht weitergehen”, sagt
der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert
Zollitsch.
Käßmann und Zollitsch zählen zu jenen moralischen Instanzen, die man
in diesem Land mit wachsender Verzweiflung sucht. Sie legen den
Finger in die Wunden eines Krieges, der uns als Friedensmission
verkauft wurde. Wer’s glaubte wird jedoch kaum selig werden. Denn wo
sind die Resultate des Aufbaus? Wo sind die Meldungen, in denen
glückliche Menschen neue Schulen und Krankenhäuser eröffnen? Wo sind
die Bilder der Mädchen, die jetzt endlich zur Schule gehen dürfen?
Diese Nachrichten gibt es nicht, weil es außer Kampfhandlungen und
Todesmeldungen nichts zu berichten gibt.
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