Bielefeld (ots) – Angesichts der überfüllten Gänge schienen schon
im letzten Jahr die Grenzen des Wachstums erreicht. Nun hat die
Leipziger Buchmesse, wie zuvor jedes Jahr, noch einmal zugelegt:
156.000 Besucher an vier Tagen, 9.000 mehr als beim letzten Mal,
neuer Rekord. Für die Branche, die zuletzt ein Umsatzminus hinnehmen
musste, ein ermutigendes Signal.
Die Frühjahrs-Bücherschau richtet sich, anders als die Messe in
Frankfurt, an die Leser. Die schoben sich wieder geduldig von Stand
zu Stand, von Leseinsel zu Leseinsel. Warum? Die Autorendichte ist in
Leipzig so hoch wie sonst nirgends. Die Nähe zu den Schriftstellern
macht den familiären Charme der Messe aus, der trotz der Enge
offenbar ungebrochen ist.
Bezeichnend, dass das E-Book kein Thema war. Nach Leipzig kommen
überwiegend leidenschaftliche Literaturfans, und für die steht das
gedruckte Buch nach wie vor im Vordergrund. Die Herausforderung durch
die Digitalisierung, die Konzentration des Buchhandels und die
erdrückende Dominanz der Bestseller sind natürlich nicht vom Tisch.
Aber die Krise hat in Leipzig ein paar Tage Ferien gemacht.
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