Bielefeld (ots) – Empirische Sozialforschung ist ein schwieriges
Geschäft. Niemand weiß das besser als die Meinungsforscher selbst.
Klaus-Peter Schöppner vom Bielefelder Emnid-Institut bestätigt dies
erst heute wieder in dieser Zeitung, wenn er über die Aussagekraft
von Meinungsumfragen spricht.
Bei Befragungen spielen viele Faktoren eine Rolle. Zentral ist vor
allem die Fragestellung. Ist sie offen oder gelenkt? Werden neutrale
Begriffe benutzt oder solche mit politischer Belastung? Wer politisch
Wirkung erzielen will mit den Ergebnissen seiner Umfrage, der legt
auf Steuerung wert.
Dass der konservative Philologenverband, in dem sich ausschließlich
Gymnasiallehrer organisieren, sich für den Erhalt seiner Schulform
einsetzt, wird niemand überraschen. Und so wird das Ergebnis der
gestern veröffentlichten Auftrags-Forschung niemand erstaunen.
Wundern darf man sich aber über die Zunft der Meinungsforscher, die
sich auf derartige Geschäfte einlässt. Denn exakt das Gegenteil der
vom Philologenverband veröffentlichten Ergebnisse fand Schöppners
Unternehmen bei einer Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung
jüngst heraus. Emnid fragte nicht nach pro und contra Einheitsschule,
sondern nach einer gerechteren Schule. Die vermisst die Mehrheit der
Befragten.
Pressekontakt:
Neue Westfälische
Jörg Rinne
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joerg.rinne@neue-westfaelische.de
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