Bielefeld (ots) – Bielefeld. Tilman Jens, Autor und ehemaliger
Schüler der Odenwaldschule in Hessen, erhebt schwere Vorwürfe gegen
die jetzige Schulleitung im Umgang mit den bekannt gewordenen
Missbrauchsfällen. In einem exklusiven Beitrag für die in Bielefeld
erscheinende “Neue Westfälische” (Mittwochsausgabe) kritisiert der
Sohn der Publizisten Walter und Inge Jens, dass zum 100-jährigen
Jubiläum der Schule am kommenden Wochenende ”Hatz und Selbstjustiz”
statt Aufklärung betrieben würden. “Die Vorwürfe, die an der
Odenwaldschule eintreffen, werden eins zu eins an die Medien
weitergegeben. Man gefällt sich in der Rolle des Durchlauferhitzers
wilder Gerüchte”, schreibt der 55-jährige Jens weiter. Statt einer
hartnäckigen, präzisen und selbstkritischen Aufklärung würden die
Missbrauchsfälle nun zur Diffamierung des freiheitlichen
Erziehungssystems genutzt. “Dabei war die Odenwaldschule zuallererst
nicht Knabenpuff, sondern eine ganz wunderbare Schule”, schließt
Jens, der zu einer Podiumsdiskussion in der Schule an diesem Freitag
zunächst ein- und dann wieder ausgeladen wurde, weil einer der
Betroffenen Schwierigkeiten mit Jens’ Haltung zu den Vorfällen habe.
“Gerechtere, weisere Menschen sind sie allein durch ihr Opfersein
nicht”, schreibt Jens in seiner Abrechnung. Und: “Diejenigen, die an
der Odenwaldschule jetzt das Sagen haben, wollen kein offenes Forum.
Die dürsten nach einem Tribunal!”
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