Bielefeld (ots) – Ein 230 Meter langes Schiff, das 65.000 Tonnen
Kohle und 950 Tonnen Öl transportiert, ist für ein zerbrechliches und
einmaliges Ökosystem wie das Great Barrier Reef eine potenzielle
tickende Zeitbombe. Natürlich muss nichts passieren, aber es kann,
und daher drängt sich die Frage auf, warum nicht alles getan wird, um
solch eine Havarie zu vermeiden.
Im australischen Bundesstaat Queensland blüht die Kohle- und
Flüssiggas-Industrie. 1.200 Frachter steuern jährlich den Hafen von
Gladstone an, in dem auch die “Shen Neng 1″ vor Anker lag – Tendenz
steigend. Die australischen Grünen warnen, die Schifffahrtsrouten
rund um das Riff wären nicht weit davon entfernt, zu
“Kohle-Autobahnen” zu werden. Und hier liegt das Problem: Geblendet
von der Aussicht auf Profit, stellte man den Schutz der Natur
hintenan.
Weder war die Shen Neng verpflichtet, in dieser ökologisch so
sensiblen Zone einen Lotsen an Bord zu haben, noch gibt es in
Gladstone eine radarunterstützte Seeüberwachung, die Schiffe über den
Hafenbereich hinaus weiträumig verfolgt. Hektisch wird jetzt über all
diese Schutzmaßnahmen nachgedacht – möglicherweise ein Weckruf, der
zu spät kommt.
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