Bielefeld (ots) – Bielefeld. Spekulanten sind verantwortlich
dafür, dass die Spritpreise 35 Prozent höher sind, als sie sein
müssten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Politik- und
Wirtschaftswissenschaftlers Steffen Bukold, die die Neue Westfälische
Zeitung (Bielefeld) in ihrer Donnerstags-Ausgabe vorstellt. Bukold,
Leiter des Instituts Energy-Comment hat im Auftrag der
Bundestagsfraktion der Grünen die Kraftstoffpreise untersucht. Sein
Ergebnis: Der Spritpreis wird um 14 Cent nach oben verzerrt – mit
gesamtwirtschaftlichem Schaden. Der derzeitige Rohölpreis von rund 85
Dollar pro Barrel enthalte eine Spekulationsprämie von rund 30
Dollar. Deutsche Autofahrer, so rechnet Bukold vor, würden dadurch
bei einer Tankfüllung von 50 Litern mit sieben Euro zusätzlich
belastet. “Auf ein Jahr hochgerechnet, mit 13.000 Kilometern
Fahrleistung bei 7,5 Litern Verbrauch, sind das pro Fahrzeug rund 136
Euro.” Addiere man die Belastung aller Autos in Privathaushalten in
Deutschland, ergeben sich laut Studie Mehrkosten von fünf Milliarden
Euro pro Jahr. ”Das ist ein immenser Schaden”, kritisiert Bärbel
Höhn, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis
90/Die Grünen. “Hohe Spekulationsgewinne mit Dingen des täglichen
Bedarfs zu machen, ist unmoralisch.” Erdöl oder Lebensmittel müssten
für Finanzinvestoren Tabu sein, fordert sie. Zugleich räumt sie ein,
dass die Bundesregierung kaum Möglichkeiten habe, solche Forderung
durchzusetzen – selbst wenn sie es wollte. “Die Hebel zur Eindämmung
der Spekulation liegen bei der amerikanischen und britischen
Regierung.”
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