Osnabrück (ots) – Auf dem richtigen Weg
Der Ruf nach einem Europäischen Währungsfonds ist berechtigt. Denn
die Vorgänge in Athen zeigen, dass die Fundamente des Euro nicht
solide sind. Fehlentwicklungen müssen viel schneller erkannt und
abgestellt werden. Offenkundig reichen die derzeitigen Mechanismen
dafür nicht aus.
Eine zentrale und starke Institution, bei der alle Fäden in Sachen
Kontrolle und Hilfe zusammenlaufen, könnte die Lösung sein. Man darf
deshalb gespannt auf die entsprechenden Vorschläge von Finanzminister
Wolfgang Schäuble sein. Sie sollten ohne parteipolitische
Scheuklappen diskutiert werden. Erste Reaktionen aus der SPD stimmen
hier optimistisch.
Doch niemand sollte Wunder erwarten. Erstens mahlen die
Reformmühlen in der EU bekanntlich sehr langsam – siehe die elendig
lange Verfassungsdebatte. Und zweitens würde eine solche Institution
die aktuelle Schuldenkrise in Griechenland nicht lösen helfen. Dazu
käme sie viel zu spät.
Erst einmal sind die Griechen dran, den Gürtel enger zu schnallen
und ihre Kassen zu sanieren. Die Partner aus den Euro-Ländern werden
ihnen dabei zur Seite stehen. Weitergehende Finanzhilfe, etwa vom IWF
aus Washington, ist überflüssig, ja schädlich. Denn sie wäre wie eine
Bankrotterklärung der Europäer unter der Überschrift: Wir können
unsere Probleme nicht aus eigener Kraft lösen.
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