Osnabrück (ots) – Verstoß gegen Grundregeln
Keine Frage: Der Verdacht ist da. Dieser Zeitung und anderen
Medien liegen Informationen vor, die auf eine Beteiligung von
Spielern aus der letztjährigen Mannschaft an Spielmanipulationen
hinweisen.
Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Darüber darf berichtet werden
- immerhin geht es um den populärsten Sport der Welt, der diese
Stellung nur dem anhaltenden Interesse seiner Zuschauer zu verdanken
hat.
Doch es ist ein gravierender Verstoß gegen journalistische
Grundregeln von Recht und Moral, Verdächtige zu diesem Zeitpunkt
namentlich zu nennen. Ganz zu schweigen von einer krassen
Falschmeldung über tatsächlich nicht ausgestellte Haftbefehle. Über
die verheerenden Folgen, die so etwas auslösen kann, sollten diese
Tastatur-Täter nachdenken.
Der Vorstoß von Thomas Reichenberger ist deshalb auch eine
Mahnung, sich gerade einem Erregungsthema mit Ruhe und Augenmaß zu
nähern. Das gilt für Journalisten, aber auch für Leser, von denen
mancher selbst gern spekuliert, ob nicht vielleicht doch Spieler X
oder Y mitgemacht haben könnte.
Die Suche nach Namen bleibt vordergründig, im Mittelpunkt sollte
das Problem stehen: Der ausufernde, unkontrollierte Wettmarkt ist der
Auslöser für eine Welle von Betrug und Bestechung, unter der vor
allem Fans und Vereine leiden.
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