Osnabrück (ots) – Großer Schritt nach vorn
Faule Kredite werden aufgekauft, Banken verstaatlicht,
Kapitalspritzen verteilt, Kreditbürgschaften und Garantien verkündet:
Regierungen rund um den Globus haben mit beeindruckender
Schnelligkeit und Konsequenz auf die Finanzkrise reagiert. Und doch
liegt die meiste Arbeit noch vor ihnen.
Denn so richtig und wichtig es war, die Finanzwirtschaft vor dem
Kollaps zu bewahren – jetzt muss der Patient wieder aufgepäppelt und
dann so ausgerichtet werden, dass er nicht noch einmal ins Verderben
rennt. Die EU hat auf diesem Weg einen großen Schritt nach vorne
gemacht. Die gemeinsame europäische Position für den Weltfinanzgipfel
enthält eine Reihe guter Vorschläge – so etwa den Plan, den
Internationalen Währungsfonds zu einer globalen Finanz-Polizei zu
machen. Immerhin hat mangelnde Kontrolle maßgeblich zur rasanten
Ausbreitung der aktuellen Krise beigetragen.
Jetzt kommt es darauf an, Chinesen, Inder, Brasilianer und nicht
zuletzt auch die Amerikaner mit ins Boot zu holen. Denn ohne die
Zustimmung der großen Schwellenländer und der letzten verbliebenen
Supermacht bleiben alle Versuche zur Reform der Weltfinanzordnung nur
sinnloses Stückwerk. Es ist also noch viel zu tun für den bereits
selbstbewusst als Weltverbesserer auftretenden EU-Ratspräsidenten
Nicolas Sarkozy.
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