Osnabrück (ots) – Vor-Vorboten
Déjà vu: Die letzte Goldene Palme ging an “Das weiße Band “. Waltz
wurde in Cannes bester Nebendarsteller; zur Eröffnung lief “Oben”.
Jetzt kriegen alle Golden Globes. Die gelten als Oscar-Vorboten, was
die Palmen für dieses Mal zu Oscar-Vor-Vorboten macht. Ein Gedanke,
der verblüffen dürfte.
Wenn Fachjury (Palme), Filmkritiker (Globes) und am Ende sogar die
vom Erfolg beeindruckte Academy (Oscar) einer Meinung sind, geraten
bewährte Vorurteile ins Wanken. Verschmelzen hier tatsächlich einmal
Kunst und Kommerz? Schön wär’s. Leider ist Hanekes Film mit einem
US-Einspielergebnis von 170000 Dollar nicht gerade ein Blockbuster.
Im schlechteren Fall erklärt sich die Häufung der Preise aus einer
Ballung von Aufmerksamkeit auf immer weniger Werke. Halten Juroren
gerade von den Filmen viel, über die sie viel lesen? Dafür spricht
der Sieg von “Avatar”, der nicht nur als teuerster, sondern auch als
meistbeworbener Film in die Geschichte eingehen dürfte. Der
deutsch-österreichische Zank, wem Waltz und Haneke mitsamt ihren
Ehren denn nun zuzuordnen sind, spielt da jedenfalls kaum eine Rolle.
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