Osnabrück (ots) – Außer Kontrolle
Afghanistans Präsident Karsai, man muss es so deutlich sagen,
spielt völlig verrückt. Und es gibt im Umfeld des Präsidentenpalastes
seit Monaten die mahnenden Stimmen, dass der einstige Hoffnungsträger
des Landes die Kontrolle verloren hat – über den Krisenherd ohnehin,
aber mittlerweile auch über sich selbst.
Erst vor einer Woche war US-Präsident Obama zu einem Blitzbesuch
in Kabul eingetroffen. Seitdem hat Karsai fast täglich Kapriolen
geschlagen. Zunächst beschuldigte er die UNO der Wahlfälschung, dann
drohte er mit dem Wechsel zu den Taliban. Schließlich überlegte er
laut, die anstehende Offensive von NATO und afghanischer Armee in der
Extremisten-Hochburg Kandahar zu stoppen.
Dabei stellt Karsai seine politische Unfähigkeit schon seit Jahren
unter Beweis. Bei Drogenanbau, Korruption und Misswirtschaft erlangte
das Land unter seiner Regie und mithilfe deutscher und anderer
ausländischer Steuergelder traurige Spitzenplätze. Obama hat
fatalerweise an Karsai festgehalten. Ebenso die Europäer, allen voran
die deutsche Regierung. Selbst die Wahlmanipulationen ließen sie ihm
durchgehen. Außenminister Westerwelle erklärte erst gestern noch, die
Zusammenarbeit mit der Regierung in Kabul sei gut. Was für eine
Farce. Die Bundeswehr kann einem nur leidtun.
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