Osnabrück (ots) – Argumente auf Augenhöhe
Angela Merkel kam ohne Geschenke und ging trotzdem mit viel
Applaus: Das spricht für die Kanzlerin, aber mindestens ebenso für
die Professionalität der Opel-Mitarbeiter. Sie wissen nüchterne,
dafür aber glaubwürdige Worte sehr wohl von unrealistischen
Versprechen zu unterscheiden. Die Opelaner haben die Gesetze des
Marktes auf brutale Weise zu spüren bekommen. Das bewahrt sie vor
Wunschträumen. Gefragt sind stattdessen Gespräche und Argumente auf
Augenhöhe. Die Kanzlerin hat dem klug und kompetent Rechnung
getragen.
Ganz obenan muss nun die Suche nach einem potenten Investor
stehen. Dies ist der Dreh- und Angelpunkt für die Zukunft von Opel.
Denn der Staat kann und darf nicht retten, was private Kapitalgeber
wegen mangelnder Zukunftschancen dauerhaft verschmähen. Hier sprach
Merkel erfreulich Klartext. Aber entscheidend für ihren erfolgreichen
Auftritt in Rüsselsheim war zugleich: erstens das überzeugende
Bemühen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um einen privaten Partner
für Opel zu finden, und zweitens die feste Zusage, gegebenenfalls mit
Bürgschaften zu helfen. So weit, so gut. Aber ab jetzt zählt nur noch
eines: die baldige Präsentation eines tat- und finanzkräftigen
Investors.
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