Osnabrück (ots) – Strahlkraft, nein danke!
Rund 50000 Kölner haben den Abriss ihres Schauspielhauses
verhindert. Der Streit um das Für und Wider reichte bis in die
Führung des Theaters: Der Opernchef Uwe Eric Laufenberg wollte den
Abriss, Schauspielintendantin Karin Beier den Erhalt.
In Köln wird nach dem Beschluss sicher immer noch
weitergestritten. Aber die Entscheidung wirkt auch außerhalb der
Stadt. Lokalpolitiker und Kulturmanager werden das Kölner Beispiel im
Hinterkopf haben, wenn sie künftige Großprojekte debattieren. In
Hinterzimmern und Planungsbüros wird Kultur gern mit dem Blick nach
außen diskutiert; auch ein Kölner Neubau sollte mit seiner
“Strahlkraft” das Image der Heimat polieren.
50000 Kölner haben nun wirkungsmächtig auf die Strahlkraft
gepfiffen – und der Imagepflege einen anderen Anspruch an Kultur
entgegengesetzt: Identität. Obwohl das Haus einem fernen Zeitgeist
entstammt und obwohl die Kosten der Sanierung noch unklar sind,
wollen sie ihr Theater behalten. Ganz unabhängig von der Kölner
Entscheidung macht das Mut. Dass schon ein bloßer Neubau so einen
Proteststurm auslöst, lässt hoffen, dass auch Schließungspläne
wackeln können.
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