Osnabrück (ots) – Thailands tiefe Kluft
Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hat Thailands Premier
Abhisit Vejjajiva schon einmal den Ausnahmezustand verhängt. Weit
entfernt vom Tourismus-Idyll historischer Tempel und schneeweißer
Strände ist Thailand tatsächlich tief gespalten.
Der als smart geltende frühere Oxford-Student Abhisit hat es nicht
geschafft, das Land zu einen. Unversöhnlicher denn je stehen sich die
in Rot gekleideten Anhänger des geschassten und im Exil lebenden
früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra und die regierungs-
und königstreuen Gelbhemden gegenüber. Dieser Konflikt ist Ausdruck
der Kluft in der Gesellschaft zwischen den Armen im Norden und
Nordosten des Landes und den Eliten aus Wirtschaft, Politik und
Militär. Das Establishment fürchtet nichts mehr als den Verlust von
Vorteilen durch Neuwahlen. Denn wie 2007 hat das Lager der Rothemden
exzellente Chancen auf einen Sieg.
Doch selbst ein erneuter Urnengang verspricht keinen Ausweg aus
der verfahrenen Situation. Auch Thaksin ist keineswegs der
Heilsbringer, als den ihn seine Anhänger sehen. Maßnahmen wie
Mikrokredite haben ihn zwar bei Besitzlosen beliebt gemacht.
Unvergessen ist aber auch, dass er durch Telekommunikationsgeschäfte
und Verkauf von Firmenanteilen ins Ausland steuerfrei Milliarden
kassierte. Und als einstiger Premier Gesetze nach seinem Gusto
machte.
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