Neue OZ: Kommentar zu Telekommunikation / Breitband / Förderung



Osnabrück (ots) – Der freie Markt hat versagt

Nun muss es der Staat wieder richten! Über Jahre hinweg waren die Internetanbieter nicht willens, den ländlichen Raum mit Breitbandanschlüssen zu versorgen. Es rechne sich angeblich nicht, den Landwirt im entlegensten Tal des Harzes mit DSL zu versorgen, war das Argument der Unternehmen. Diskussionsbereit zeigte man sich in aller Regel nicht. Dumm nur, dass in Wahrheit Tausende Menschen alleine in Niedersachsen beim Thema schnelles Internet in die Röhre schauen. Ganze Regionen sind bisher nur im Schneckentempo auf der Datenautobahn unterwegs.

Da gutes Zureden allein nicht hilft, ist die Politik zum Handeln gezwungen und nimmt jetzt folgerichtig Steuermillionen in die Hand. Längst entscheidet bei einer Betriebsansiedlung nämlich nicht nur der Quadratmeterpreis, sondern auch die Tatsache, ob ein Grundstück über einen Breitbandanschluss verfügt oder nicht.

Was ärgerlich macht: Von der staatlichen Investitionsoffensive profitieren mit den Internetanbietern diejenigen, die an der Misere schuld sind. Für sie zahlt sich das jahrelange Nichtstun aus. Wenn in absehbarer Zeit mithilfe des Steuerzahlers auch im letzten Winkel Niedersachsens die notwendige Infrastruktur bereitsteht, dann werden sie da sein, um die neuen Kundenkreise zu erschließen. Kunden, deren Geld die Unternehmen einst nicht haben wollten. An dieser Stelle hat der freie Markt versagt, auf Kosten des Steuerzahlers.

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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

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