Neue OZ: Kommentar zu Soziales / Gesundheit / Pflege



Osnabrück (ots) – Ein gutes Zeugnis

Schulnoten für Pflegeheime können die Qualität der Einrichtungen
verbessern. Denn gerade dort, wo es um die Versorgung von 2,1
Millionen mehr oder weniger hilflose Menschen geht, darf es keine
Mängel geben. Daher ist es richtig, nach erschreckenden Berichten
über wundgelegene Patienten und schlechte Versorgung mit Essen oder
Flüssigkeit nun verstärkte Kontrollen einzuführen.

Die Prüfungen des Medizinischen Dienstes werden den Wettbewerb
unter den Einrichtungen verstärken – zum Wohl der Pflegebedürftigen
und ihrer Angehörigen. Schon jetzt zeigt sich, dass teure Heime nicht
automatisch besser sind als preisgünstige. Zweifellos ist mit den
Kontrollen ein zusätzlicher Aufwand an Bürokratie verbunden – Zeit,
die Pflegekräften für andere Tätigkeiten fehlt. Doch die Vorteile
überwiegen. Allein schon die Drohung, dass unangemeldet Prüfer ins
Haus kommen können, dürfte vorbeugend dazu beitragen, dass die Zahl
der schwarzen Schafe schwindet.

Vereinzelt haben Experten die Zusammensetzung der Gesamtnote
kritisiert. Man kann darüber streiten, ob sie tatsächlich
aussagekräftig genug ist. Möglicherweise wird es nötig sein
nachzujustieren. Auch lässt sich nicht alles vergleichen, weil
beispielsweise die Personalausstattung von Bundesland zu Bundesland
anders ist. Doch da geht es um Details. Sie stellen den
grundsätzlichen Nutzen eines Zeugnisses für Pflegeheime nicht
infrage.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207  

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