Osnabrück (ots) – Im guten serbischen Namen
Diese Geste ist groß. Auch wenn sie kleiner daherkommt, als sich
das speziell Hinterbliebene des Srebrenica-Massakers wünschen.
Schließlich markiert die Entschuldigung des Parlaments von Serbien
für die Ermordung von mehr als 7000 bosniakischen Gefangenen durch
die Freischärler-Armee der bosnischen Serben 1995 einen historischen
Wendepunkt. Erstmals nach den Jugoslawien-Kriegen bekennt sich
Serbien zu seiner Verantwortung für das schwerste Verbrechen, das im
serbischen Namen begangen wurde.
Zweifellos haftet dieser Entschuldigung der Makel an, dass das
Parlament das völkermörderische Wüten nicht Völkermord nennt.
Schlimmer noch, dass so viele verbohrte Abgeordnete gegen diese Geste
sind, manche gar den Befehlshaber Ratko Mladic einen Helden nennen.
Und selbstverständlich wird so eine Entschuldigung erst glaubwürdig,
wenn ihr Taten folgen – voran die Überstellung Mladics an das
UNO-Kriegsverbrechertribunal.
Aber all dies ändert nichts daran, dass Serbien hier grundsätzlich
das Richtige getan hat. Erinnert sei an Deutschland. Es hat nach 1945
nicht zuletzt wegen seiner klaren Bekenntnisse zu historischer Schuld
wieder einen guten, honorigen Platz in Europa gefunden. Es braucht
daher nicht viel Fantasie, um zu ermessen, was Serbiens
Entschuldigung für seinen Weg nach Europa bedeutet.
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