Neue OZ: Kommentar zu Schleswig Holstein



Osnabrück (ots) – Nur der vorerst letzte Stolperstein

Dass der vom scheidenden Regierungschef Carstensen mühsam aufgebaute Spitzenmann von Boetticher abgetreten ist, war politisch nicht zu umgehen: Eine Beziehung zwischen einem reifen Erwachsenen und einer Minderjährigen ist der Öffentlichkeit nur schwer vermittelbar – und in einer konservativen Partei birgt sie ungleich mehr Sprengstoff.

Letztlich war die politisch naive Liaison aber nur der vorerst letzte Stolperstein auf dem zuletzt unebenen Weg des erklärten Karrieretypen. Die CDU leidet an der traditionell sozialdemokratisch geprägten Waterkant seit Langem an ihrer tiefen Spaltung – die im Streit um Carstensens Nachfolge einen weiteren Höhepunkt fand.

Der Landeschef und Hobby-Imker Carstensen, der per Interview gerne mal bekannt gibt, dass er mit seinen Bienen plaudert, saß Konflikte in Kohl’scher Manier einfach aus. Nicht so die jugendlichere Garde der Konservativen. “Wir wollen die Wahl doch gewinnen”, ätzte ein Parteikollege, als von Boettichers Kandidatur feststand. Gemeinsam an einem Strang zu ziehen sieht anders aus.

Dass die SPD nun zwar vornehme Zurückhaltung demonstriert, sich gleichzeitig aber die Hände reibt, ist verständlich. Die Sozialdemokraten sind dabei, ihr angestammtes Terrain zurückzuerobern. Anders als die CDU stehen die Genossen im Norden geschlossen hinter ihrem Spitzenkandidaten Torsten Albig. Ihn zu stürzen dürfte deutlich schwieriger sein.

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