Neue OZ: Kommentar zu Photokina



Osnabrück (ots) – Kühle Technik reicht nicht

Die Photokina handelt wie manche Kommune: Weil in den Kassen gähnende Löcher klaffen, wird bei den freiwilligen Ausgaben gespart. Städte schließen ihre Theater – die größte Fotomesse der Welt dampft ihr Kunstprogramm ein. Ein Schritt in Richtung Konsolidierung? Wohl kaum. Eher einer in Richtung Bedeutungslosigkeit.

Ein Theater ist nicht nur ein Kosten-, sondern auch ein harter Standortfaktor. Denn nicht mit dem Straßennetz, sondern mit Theatern, Museen und Clubs identifizieren sich die Bürger. Und nicht die Technik zählt am Ende, sondern die Kunst: Die Photokina aber läuft gerade Gefahr, zur kühlen Technik-Schau zu mutieren. Dabei ziehen Bilder von Anton Corbijn oder Jim Rakete sicher mehr Publikum als die neuesten Kameraflaggschiffe von Nikon, Canon und Co. Sie verleihen der Messe ihr unverwechselbares Gepräge, zeigen, wozu die Technik gut ist: um zu fotografieren.

Die Frankfurter Musikmesse geht übrigens gerade den umgekehrten Weg: Dort findet dieses Jahr erstmals ein Musik-Festival statt.

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Neue Osnabrücker Zeitung
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Telefon: +49(0)541/310 207

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