Osnabrück (ots) – Klima des Vertrauens nötig
Dass es sich irgendwann rächt, die Rechte und Anliegen von
indigenen Völkern mit Füßen zu treten, war Perus Staatspräsident Alan
García offenbar noch nicht bewusst. Sonst hätte er stärker auf
konstruktiven Dialog und Kompromisse gesetzt. Stattdessen muss er nun
ein Blutbad unter Polizisten und Indios verantworten, dessen Ausmaß
und Folgen den nationalen Zusammenhalt des Landes stark gefährden.
Schon seit Wochen protestieren die Ureinwohner friedlich, aber mit
effektiven Blockaden von Straßen und Ölstationen gegen die Umsetzung
eines Freihandelsabkommens mit den USA. Dieses würde internationalen
Konzernen erlauben, Bodenschätze – vor allem Erdöl und Erdgas – im
Urwald konsequent auszubeuten. Und zwar ohne Rücksicht auf die
angestammten Rechte der Indios an Grund und Boden.
Zudem würden die Lebensgrundlagen der Menschen etwa bei Havarien
von Pipelines akut bedroht. In Ecuador gelangt immer wieder Öl in die
Flüsse.
Ob nun die Armee mit der Brutalität begann, ist zweitrangig. Zuerst
muss wieder ein Klima des Vertrauens entstehen. Und zwar ohne die
Provokationen des Indio-Führers Alberto Pizango. Die Kirche könnte
die Rolle des Vermittlers übernehmen. Und die Regierung muss zeigen,
dass ihr das Wohl des eigenen Volkes wichtig ist.
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