Neue OZ: Kommentar zu Parteien in Niedersachsen



Osnabrück (ots) – Paradoxe Situation

Verkehrte Welt: Da erhält die amtierende Regierung durchweg gute Noten, der Ministerpräsident erfreut sich größter Beliebtheit, und die meisten trauen der Opposition nicht zu, die Probleme des Landes besser zu lösen – aber dennoch setzt eine Mehrheit der Niedersachsen auf einen Machtwechsel von CDU und FDP zu Rot-Grün.

Schlüssig erklären lässt sich dieser paradox anmutende Zustand kaum. Er deutet aber an, dass es sich bei Umfragen – zumal lange vor dem echten Wahltermin – um brüchige Momentaufnahmen handelt, die noch kein fest zementiertes Stimmverhalten erkennen lassen.

Was wohl am ehesten verfestigt scheint, ist das bundesweit anhaltende Dauertief der FDP. Das Absacken auf drei Prozent nun auch in Niedersachsen trotz einer funktionierenden Koalition ist alarmierend und könnte zum entscheidenden Faktor für eine Regierungsbildung nach dem 20. Januar 2013 werden. Ohne die Liberalen hätte die CDU keinen Koalitionspartner mehr; die Aussichten für das andere Lager würden rapide steigen.

Aber dass dort die Bäume auch nicht in den Himmel wachsen, zeigen der gedämpfte Zuwachs der SPD, der sich abschwächende Höhenflug der Grünen und die Wackelergebnisse von Linken und Piraten.

Auf der anderen Seite überrascht, wie wenig der Wirbel um Wulff das Wahlverhalten zu beeinflussen scheint. Ob sich da mancher Parteistratege zu große Hoffnungen macht?

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Neue Osnabrücker Zeitung
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Telefon: +49(0)541/310 207

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