Osnabrück (ots) – Frage der Wertschätzung
Wieder einmal sind die Leidtragenden diejenigen, die am wenigsten
dafür können: das Publikum. Das bekommt lediglich die Auswirkungen
der Orchesterstreiks mit – wenn sie in der Oper oder im Konzert
feststellen müssen, dass die Vorstellung ausfällt. Oder wenn statt
des üppigen Klangs aus dem Graben nur ein armseliges Klavier den
Gesang der Operndarsteller untermalt – und sich die Zuhörer auf einer
Klavierhauptprobe wähnen.
Selbst Theaterleiter stellen die Forderungen der Orchestermusiker
gern als überzogen dar und verweisen gern auf die im Vergleich zu den
Schauspielern und Sängern üppige Bezahlung. Doch die Argumentation
müsste umgekehrt verlaufen: Nicht das – vergleichsweise – gute Gehalt
der Musiker ist ein Skandal, sondern das der Darsteller, die rund um
die Uhr proben und spielen und dafür wie Hilfsarbeiter entlohnt
werden. Auch geht es den Orchestermusikern nicht nur ums Geld.
Ordentliche Bezahlung ist ein Zeichen der Wertschätzung – für die
Arbeit, die sie tagtäglich im Orchestergraben und auf dem
Konzertpodium leisten.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: 0541/310 207
No Comments on "Neue OZ: Kommentar zu Musik / Theater / Streiks"