Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Verlage / Eichborn



Osnabrück (ots) – Fliege am Boden

Der Verlag mit der Fliege liegt am Boden: Eichborn steht vor der Pleite. Der Umzug nach Berlin ist gestoppt. Das ist wohl auch das Ergebnis eines Zerwürfnisses einer jungen verlegerischen Vernunftehe: Mit dem Aufbau Verlag, der noch vor knapp drei Jahren selbst insolvent war, sich mittlerweile erholt hat, hatte sich der bereits angeschlagene Frankfurter Eichborn Verlag Anfang des Jahres zusammengetan. Werke Hans Falladas, Anna Seghers’ sollten fortan unter einem Dach mit denen von Jürgen von der Lippe und Frank Goosen stehen. Die geplante Fusion zeigte einmal mehr, welchem Druck die mittelständischen Verleger durch die Konzentration auf dem Buchmarkt ausgesetzt sind: Nur wer hier hohe Umsätze vorweisen kann, hat eine gute Position im Wettbewerb mit den großen Verlagen um lukrative Buchlizenzen. Diese Chance scheint nun für beide Verlage derzeit vertan, weil man sich offenbar nicht über Sanierungsfragen einigen konnte. Dabei wäre es für beide Verlage wichtig, dass sich die mittlerweile 31-jährige Fliege doch noch erholt.

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