Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Inland / Musik



Osnabrück (ots) – Starker Abgang

Thomas Quasthoff hat künstlerisch so ziemlich alles erreicht, was ein Sänger erreichen kann. Dabei hat er sicher mehr kämpfen müssen als manch anderer Sänger, gut möglich, dass ihm das die Stärke verliehen hat, sich zum rechten Zeitpunkt von der Bühne zu verabschieden. Diese Größe hätten einige Künstler, Sänger zumal, dringend nötig.

Vor allem unterlässt es Quasthoff, sich in die fragwürdigen Altersteilzeitmodelle zu flüchten, die in Sängerkreisen hoch im Kurs stehen: Regie und die, vermeintlich, leichte Muse. Dieses Trauerspiel erspart Quasthoff sich und seinem Publikum: Er hat den Mut, sich um sich selbst zu kümmern. Quasthoff schickt aber auch noch einen Gruß in Richtung Klassikbranche: Oberflächlich sei sie geworden, als ob es “außer David Garrett niemanden mehr” gäbe. Ein deprimierender Befund von einem, der das Spiel kennt. Schließlich hat er lange genug mitgespielt. Durch Quasthoffs Abschied wird das Spiel nicht besser, er war einer der Spitzenspieler. Darum mischt sich Wehmut in den herzlichen Applaus zum Abschied.

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Neue Osnabrücker Zeitung
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Telefon: +49(0)541/310 207

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