Osnabrück (ots) – Hier stinkt etwas im System
Psychisch kranke und verwirrte Menschen brauchen Schutz. Eine
Klinik, die sie aufnimmt, muss für diesen Schutz sorgen. Punkt. Es
gehört viel Vertrauen dazu, einen Angehörigen in die Hände von
Ärzten, Schwestern und Pflegern einer psychiatrischen Einrichtung zu
geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein nahestehender Patient im
Ameos-Klinikum misshandelt oder gar getötet werden könnte, mag
statistisch gering sein wie das Risiko eines Flugzeugabsturzes.
Beunruhigend sind allerdings die Schilderungen, die darauf
hindeuten, dass die Mitarbeiter der psychiatrischen Klinik
hoffnungslos überfordert sind. Wenn niemand da ist, der älteren
Patienten die Windeln wechselt, ihnen die Angst vor der fremden
Umgebung nimmt und ein tröstendes Wort für sie hat, dann stinkt etwas
im System. Und dann besteht die Gefahr, dass sich Aggressionen unter
Patienten aufschaukeln.
Es lässt sich derzeit nicht eindeutig feststellen, ob die
Missstände im Ameos-Klinikum eine Folge der Privatisierung sind.
Nachdenklich stimmt aber, dass neue Arbeitsverträge von einer
Servicegesellschaft zu schlechteren Bedingungen ausgegeben werden.
Das ist nicht gerade motivierend für die Mitarbeiter.
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