Osnabrück (ots) – Eine belastbare Basis
Aller Anfang ist schwer. Erst recht für eine junge Demokratie wie
das kleine Kosovo. Die ersten Kommunalwahlen seit der Unabhängigkeit
der ehemaligen serbischen Provinz haben harte Fakten zutage
gefördert. Nicht einmal die Hälfte der Wahlberechtigten beteiligte
sich an der Wahl von Bürgermeistern und Stadträten. Hinzu kommt, dass
die serbische Minderheit vom Belgrader Boykott-Aufruf weitgehend
eingeschüchtert wurde.
Doch schon bei den nächsten Wahlen dürfte dieser Urnengang als
belastbare Basis dienen, als Maßstab politischer Entwicklung jenseits
der schützenden Hand der UNO. In Zukunft wird es das Ziel sein, mehr
als 45 Prozent der Menschen zur Abstimmung zu bewegen und die Serben
zu ermuntern, ihr demokratisches Recht wahrzunehmen. Bereits heute
verdient die aktuelle Kommunalwahl höchsten Respekt: Das Kosovo hat
sie selbst organisiert, sie lief korrekt und friedlich ab.
Ministerpräsident Hashim Thacis Partei scheint die Wahl gewonnen
zu haben. Dies auf seine “gute Regierungsführung” zurückzuführen ist
jedoch eine Dreistigkeit erster Güte. Junge Menschen strömen in
Scharen aus dem Land, allerorten grassiert die Arbeitslosigkeit,
Spannungen zu Serbien und Russland prägen den Alltag. Die Regierenden
werden daran gemessen, ob sie diese Probleme ernsthaft bekämpfen.
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