Osnabrück (ots) – Wünsch dir was
Wünsch dir was bei der Regierungsbildung: Lieber doch den
weltläufigen CSU-Mann Karl-Theodor zu Guttenberg als Außenminister?
Und dafür Guido Westerwelle im Wirtschafts- oder Finanzressort? Die
Spekulationen wuchern – und Umfragen können ihnen kaum Seriosität
verleihen. Nur gut, dass Volkes Stimme nicht über Ministerämter
entscheidet: Wir hätten Günther Jauch als Finanzminister, weil er
ständig mit Millionen hantiert. Und Dieter Bohlen könnte sich um
Bildung kümmern, er weiß doch eh immer alles.
Jenseits des fragwürdigen Unterhaltungswertes fragwürdiger
Umfragen ist ernsthaft festzuhalten: Will Westerwelle direkt am
operativen Regierungsgeschäft beteiligt sein, sollte er sich das
Finanzressort sichern. Der tüchtige SPD-Minister Peer Steinbrück hat
dort vorgemacht, wie Krisenmanagement funktioniert – und sich damit
engen Kontakt zur Kanzlerin verschafft, derweil der Kollege
Außenminister von Ferne zusah. Der Haken: Als Finanzminister würde
Westerwelle auch den Ruf des Schuldenkönigs erben. Ob das sein Ego
verträgt?
Dazu am Rande: Wann endlich hört die öde Debatte über Westerwelles
Englisch auf? Was sollen Billig-Tipps nachgeordneter Seicht-Sänger?
Den Liberalen mag es trösten, dass auch der künftige SPD-Chef Sigmar
Gabriel mit Spott, Neid und Skepsis leben muss.
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