Neue OZ: Kommentar zu Kinderarmut



Osnabrück (ots) – Licht und Schatten

Welch gute Nachricht: Die Kinderarmut sinkt. Die Zahl der von Hartz-IV-Leistungen lebenden unter 15-Jährigen hat sich binnen fünf Jahren deutlich verringert. Grund zur Entwarnung gibt es dennoch nicht. Zwar finden auch Langzeitarbeitslose wieder häufiger Jobs. Doch handelt es sich dabei meist um niedrig entlohnte und unsichere Stellen. Wer aber befristet eingestellt wird, dem droht oft schon bald wieder der Jobverlust und die Rückkehr zu Hartz IV.

Zudem fällt auf, dass der Aufschwung bei den Kindern in der Grundsicherung nicht so schnell ankommt wie bei den übrigen Hartz-IV-Beziehern. Langzeitarbeitslosen Müttern und Vätern fällt die Aufnahme einer Beschäftigung deutlich schwerer als Kinderlosen. Besonders Alleinerziehende haben massive Probleme – ein klarer Hinweis darauf, dass die Versorgung mit Kitaplätzen und Ganztagsschulen immer noch nicht ausreichend ist. Bitter auch, dass Besserung auf sich warten lässt. Zwar gilt von 2013 an ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige. Doch die geplante Versorgungsquote von 35 Prozent wird im Westen weit verfehlt. Aktuell beträgt sie 20 Prozent.

Dabei hätten Fortschritte in diesem Bereich einen doppelten Effekt: Erstens könnten mehr Hartz-IV-Empfänger arbeiten gehen. Und zweitens ist frühkindliche und spätere Bildung enorm wichtig, damit sich Armut nicht vererbt, wie es heute oft zu beklagen ist.

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Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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