Neue OZ: Kommentar zu Grimm-Museum



Osnabrück (ots) – Kein Genuss ohne Reue

Die Türen mögen wieder offen sein, doch die kostbarsten Exponate liegen hinter Panzerglas: Das Kasseler Brüder-Grimm-Museum präsentiert mit den Erstausgaben der berühmten Märchensammlung seine Kronjuwelen, aber so, dass sie auch sicher aufgehoben sind. Gerade kleine Besucher würden sicher gern in den kostbaren Büchern blättern. Doch als Exponate von unwiederbringlichem Wert verdienen die Bücher allen Schutz. Ein unausweichlicher Konflikt? Ja, und zwar in jedem Museum.

In einer Zeit der auf allen Gebieten erwarteten Zugänglichkeit geraten die Schatzhäuser der Kultur in Nöte. Um nicht als verschlossen zu gelten, dürfen sie bei der Präsentation von Kostbarkeiten nicht geizen. Zugleich haben sie ihre Bestände so zu verwahren, dass sie künftigen Generationen noch in gleicher Qualität zur Verfügung stehen können. Wie die Natur verlangt die Kultur Rücksicht. Nur wohldosierter Umgang verhindert den Raubbau. Denn auch bei Museumsexponaten gibt es keinen Genuss ohne Reue.

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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