Osnabrück (ots) – Exklusiv – aber für alle
Privat und vertraulich – das soll auf jenem Potter-Drehbuch
gestanden haben, das ein Filmteam im Pub vergessen hat. Vergessen?
Oder deponiert? Egal! Künstlich geschürte Neugier auf den
Top-Secret-Dreh ist genauso viel wert wie ihre medienwirksame
Zerstörung.
Die Potter-Meldung, ob inszeniert oder nicht, wirkt fast
altmodisch. Stephenie Meyer, deren Vampire das Erbe des
Zauberlehrlings antreten, wirbt schon im Internet. Ihr neuer Roman
wird einen Monat umsonst im Netz stehen – und über Fanforen eins der
bestverlinkten Bücher aller Zeiten werden. Runterzuladen ist er
allerdings nicht.
Exklusiv, aber für alle verfügbar: Diesen Spagat muss das
Entertainment-Marketing im digitalen Zeitalter ständig vollbringen.
Der Druck, alle Kanäle zu bespielen, hat inzwischen den Werkbegriff
verändert: Für Fernsehserien wird längst zusätzliches Material
produziert, das nur via Handy und Internet verbreitet wird. Das
befeuert die Mund- bzw. Blog-Propaganda durch Fans. Und es weicht die
Grenzen der Story auf: Eine Serie wie “Lost” ist mehr als das
ausgestrahlte Programm. Die ganze Geschichte kennt nur, wer auch
online dabei ist. Dagegen ist Hogwarts auf geradezu biedere Weise
geschlossen.
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