Osnabrück (ots) – Trau keinem über dreißig
Einen verdienten Nationalspieler in den Ruhestand zu schicken ist
immer eine unangenehme Sache – für beide Seiten. Über den Zeitpunkt
mag man streiten, ansonsten kann man Löw keine Stilmängel vorwerfen.
Wenn der Bundestrainer wirklich glaubt, in Südafrika ohne den
unerschrockenen, aggressiven Kämpfer Frings auszukommen, war es
richtig, die Entscheidung früh zu verkünden. Indes: Wenn sich Löw nur
eines unbequemen, streitfähigen Mannes entledigen wollte, um
Konfliktpotenzial zu reduzieren, sind Zweifel nötig.
Deutlich wird an dieser Personalie, dass Löw den
Generationsumbruch vorantreibt. Die vielen Talente, die in den
Vereinen und in den Nachwuchs-Auswahlmannschaften des DFB wie noch
nie gefördert und gefordert werden, machen ihm diesen Schritt leicht.
Aber sie zwingen ihn auch dazu, denn die Zeiten, da ein Jungprofi
jahrelang reifen musste, um ins A-Team vorzurücken, sind vorbei. Die
Entwicklung ist dynamischer, lange Wartezeiten sind kontraproduktiv.
Wenn heute der erweiterte WM-Kader bekannt gegeben wird, werden
nicht mehr viel Spieler dabei sein, die älter sind als 30 – Klose,
Friedrich und der noch immer unersetzbare Ballack. Dafür viele junge,
die im Trip nach Südafrika die Chance ihres Lebens sehen. Seit
gestern ist für diese Gruppe ein Platz mehr im 22-köpfigen Aufgebot
frei.
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