Neue OZ: Kommentar zu Finanzen / Banken / Krise / Gehälter



Osnabrück (ots) – Ohne Anstand

Angesichts der Dimension der globalen Finanzmarktkrise werden noch
Generationen damit beschäftigt sein, die Billionen an Schulden
abzuzahlen, die Deutschland und andere Staaten aufnehmen müssen, um
eine finanzielle Kernschmelze zu verhindern. Damit sich eine solche
Katastrophe nicht wiederholt, sind schärfere Regeln, mehr Transparenz
und stärkere Kontrollen notwendig – mit dem Ziel: Das Kasino muss
geschlossen und der Geldfluss wieder in Gang gebracht werden.

Dabei spielt das Vergütungssystem für Finanzmanager eine
entscheidende Rolle. Denn die Bonus-Zahlungen in horrenden Höhen für
kurzfristige Gewinne bei risikoreichsten Anlagen haben ein System der
Exzesse etabliert, das nun in sich zusammenbrach. Bundesregierung und
Bankenaufsicht wollen diesem Übel durch neue Vergütungsregeln
begegnen, die sich an langfristigen Gewinnen und verantwortungsvollem
Handeln orientieren sollen. Hier werden politische Leitplanken
eingezogen, die sinnvoll und notwendig sind. Ob sich aber die
Großbanken daran halten werden, ist fraglich.

An den Finanzplätzen in London und New York lässt sich bereits
beobachten, dass die Monate der Ohnmacht vorbei sind. Zurückgekehrt
ist die alte Gier. Selbst in US-Banken, die ihre Existenz allein dem
Steuerzahler zu verdanken haben, werden Millionen-Boni ausgezahlt.
Die Branche hat wieder Geld, aber oft zu wenig Anstand.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207  

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