Neue OZ: Kommentar zu Europa / Finanzkrise / Börsen / Rösler



Osnabrück (ots) – Entscheidende Fragen beantworten

Von der gestrigen Beruhigung an den Aktienmärkten darf man sich nicht täuschen lassen. Der Handel wird auch in den nächsten Tagen sehr nervös auf die Akteure in der Staatsschuldenkrise schauen. Und weil die kein gutes Bild abgeben, könnten DAX, Dow Jones, Nikkei & Co. schon bald wieder auf Talfahrt gehen.

Fest steht, dass die Europäische Zentralbank derzeit den großen Euro-Schuldenstaaten Italien und Spanien durch Aufkäufe ihrer Anleihen zu günstigeren Zinsen verhelfen muss. Das Schweigen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet über das Ausmaß dieser Hilfe schafft bei privaten Investoren kein Vertrauen.

Da ist der Plan des deutschen Wirtschaftsministers Philipp Rösler schon zielführender, eine Art Maastricht-II-Vertrag mit der Einrichtung eines neuen Stabilitätsrats und automatischen Sanktionen für Schuldensünder abzuschließen. Nur dürfte der Weg dorthin zu lang sein, wenn er diese Idee erst Ende September seinen Euro-Kollegen vorstellen will. Die Märkte fordern rascheres Krisenmanagement.

Für die Teilnehmer des jüngsten Euro-Gipfels führt also kein Weg daran vorbei, geschlossen und klar Signale zur Umsetzung ihrer Beschlüsse von vor zwei Wochen zu geben. Ob das Rettungspaket für überschuldete Euroländer nun aufgestockt wird oder nicht, ob und wie stark sich private Gläubiger daran beteiligen müssen – diese entscheidenden Fragen sind noch immer unbeantwortet.

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Neue Osnabrücker Zeitung
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