Osnabrück (ots) – Was für eine Partnerschaft
Die eigenen Truppen in Georgien verstärkt, die EU-Beobachter dort
weggewedelt wie lästige Fliegen. Und zuletzt Russlands Ansage, die
weltweit leistungsfähigsten Kurzstreckenraketen an die Grenzen der
EU-Länder Litauen und Polen zu stellen. Das ist – man höre und staune
- die Basis, auf der die Europäische Union sofort zurück will an den
Verhandlungstisch. Wo es ja um nichts Geringeres geht als ein
Partnerschaftsabkommen mit Russland.
Partnerschaft? Mit der hapert es nicht nur aufgrund der
Verstimmungen wegen des Georgien-Krieges, den Russland beileibe nicht
allein zu verantworten hat. Viel schwerer auf dem beiderseitigen
Verhältnis lastet, dass die russische Führung in ihrem Land seit
Jahren unverkennbar antieuropäische Vorurteile schürt. Durch die
absurde Behauptung, Europa betreibe im Zusammenspiel mit Amerika eine
Einkreisungs- und Enteignungspolitik gegen Russland. Durch die
schäbige Unterstellung, alle freiheitlich-demokratischen Kräfte und
Nichtregierungsorganisationen Russlands bildeten eine feindliche
Wühler-Kolonne im Solde Brüssels.
So unbestritten das herausragende Interesse der EU insgesamt und
all ihrer 27 Staaten an bestem Einvernehmen mit Europas größtem Land
ist – so sicher gilt doch: Eine Partnerschaft müssen beide Seiten
wollen. Russland erweckt diesen Eindruck derzeit nicht.
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