Osnabrück (ots) – Das Schauspiel und das wahre Leben
Volker Lösch bringt Chöre aus Haftentlassenen auf die Bühne. Die
Theater-Dokumentaristen von Rimini Protokoll gehen an
Originalschauplätze, lassen Laien sich selbst spielen und
reinszenieren Texte, die das Leben schrieb – von der
Bundestagsdebatte bis zur TV-Nachricht. Selbst das Fürther
Stadttheater macht sich zum Diskussionsort für ehemalige
Quelle-Angestellte. Keine Frage: Die Bühne sucht den
Wirklichkeitsbezug.
Unabhängig davon, ob jeder Ansatz ästhetisch überzeugt – wo es ums
Zeitgeschehen geht, kann das Theater seine Stärken ausspielen: zum
einen das hohe Tempo, mit dem es auf gesellschaftliche Fragen
reagieren kann. Zum anderen den direkten Publikumskontakt, der die
Bühne zum Forum der öffentlichen Debatte macht.
In der hat Elfriede Jelinek immer wieder eine gewichtige Rolle
gespielt – als Stimme und oft auch als Gegenstand des Gesprächs. Ob
ihr neues Stück nun die Bankenkrise behandelt oder doch eher eine
Vaterproblematik, darf man da getrost bis zur Uraufführung abwarten.
In Jelineks Fall gilt ja sowieso die alte Binsenweisheit: Das Private
ist das Politische.
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: 0541/310 207
No Comments on "Neue OZ: Kommentar zu Elfriede Jelineks Stück über die Hypo Group"