Osnabrück (ots) – Neue Vertrauensbasis
Ein halbes Jahr erst ist es her, dass der Konflikt um Georgien das
Verhältnis zu Russland stark belastete. Gefühlt ist allerdings
bereits eine Ewigkeit vergangen seither. Das Misstrauen gegen Moskau
schwindet, der erklärte Wunsch nach enger Partnerschaft steht im
Vordergrund. Alte Streitfragen wie die amerikanischen
Raketenstationierungspläne in Tschechien und Polen sind abgeschwächt,
die NATO-Erweiterung um die Ukraine und Georgien rückt in den
Hintergrund – all dies vor allem dank einer US-Politik, die nicht
mehr ideologie- und feindbildgesteuert ist wie zu Bush-Zeiten,
sondern pragmatisch. Sie hat binnen kurzer Zeit die Sorgen vor einem
Wiederaufflackern des Kalten Krieges vertrieben.
Das waren beste Voraussetzungen für das Treffen von Kanzlerin
Merkel mit dem russischen Präsidenten Medwedew. Und es sind ebenfalls
beste Voraussetzungen für eine engere Zusammenarbeit Washingtons mit
Moskau. Dabei werden Aspekte der militärischen Sicherheit zwar auch
ihren Platz haben; ganz vorn rangiert aber das gemeinsame Bemühen um
eine Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise. Sie ist die
eigentliche und für alle gleichermaßen gefährliche aktuelle
Herausforderung – nur zu bewältigen auf der Grundlage gegenseitigen
Vertrauens.
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