Osnabrück (ots) – Spürbarer Verlust
Auch wenn die Elf von Jogi Löw in diesem Jahr Fußballweltmeister
werden sollte: Die meisten Deutschen könnten sich für diese Ehre
nichts kaufen. Bei dem seit Jahren gewohnten Gewinn des globalen
Wettstreits der erfolgreichsten Exporteure war das anders. Von der
großen Nachfrage im Ausland vor allem nach deutschen Autos und
Maschinen haben hierzulande viele Betriebe und ihre Belegschaften
lange profitiert.
Daher hat der Verlust des Export-WM-Titels an China weit mehr als
nur symbolische Bedeutung. Beschäftigte in der heimischen
Fahrzeugindustrie sowie bei ihren Zulieferern spüren das längst. Doch
nicht nur als Autobauer haben die weitaus kostengünstiger arbeitenden
Chinesen viel aufgeholt, sondern auch in anderen Bereichen. So lässt
zum Beispiel Siemens hochkomplexe Geräte wie Computertomografen in
Schanghai herstellen und verkauft sie von dort in alle Welt.
Den Kostenwettstreit mit China können weit entwickelte Staaten wie
Deutschland nicht gewinnen. Und wenn man das Thema Armutsbekämpfung
ernst nimmt, muss man den Chinesen einen ihrer Bevölkerungsgröße
angemessenen Anteil am Welt-Sozialprodukt zubilligen, den sie sich
gerade erkämpfen. Was nicht bedeutet, dass die deutsche Wirtschaft
ihre Technologieführerschaft und ihr Streben nach höherer
Wertschöpfung durch besser ausgebildete Mitarbeiter aufgeben darf.
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