Neue OZ: Kommentar zu Dänemark / Museen / Ausstellungen



Osnabrück (ots) – Lieber Pinsel als Pixel

Einen romantischen Hang zu Pinsel und Palette hat man David Hockney noch nie nachsagen können. Wenn der Star der Pop Art nun zum iPad greift, dann erprobt er ein neues Medium. Mehr nicht. Hockney hat schließlich mit gleicher Hingabe Polaroids zu riesigen Tableaus montiert, wie er der Maltechnik alter Meister nachspürte. Diese hemdsärmelige Offenheit gegenüber medialen Sprüngen gehört zur Kunst, zur Pop Art sowieso.

Nun strichelt Hockney auf dem iPad, präsentiert die Resultate aber wohlweislich im Museum. Denn das digitale Medium stellt infrage, worauf auch der coole Hockney nicht verzichten kann: das Konzept des künstlerischen Originals. Hockney experimentiert mit dem neuen Medium, weil sein Erfolg mit den alten Medien längst unstrittig ist, Markterfolg inbegriffen. Jetzt versendet er seine Zeichnungen als Dateien, aber nur ins Museum. Nur dort wird die Datei als Original überhaupt sichtbar. Im Zweifel gilt auch für Hockney: lieber Pinsel als Pixel.

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