Osnabrück (ots) – Reformer im Nebenjob
Demnächst soll Frank-Jürgen Weise auch noch die
Bundeswehr-Strukturkommission führen. Das wirft Fragen auf: Lastet
seine Aufgabe den Chef der Bundesagentur für Arbeit so wenig aus,
dass er nebenbei auch noch die Landesverteidigung reformieren kann?
Oder hat vielmehr der Bundestag nur geringe Erwartungen an dieses
Gremium? Äußert sich in dieser Personalie gar die Absicht von Union
und FDP, diese Kommission nur für den schönen Schein arbeiten zu
lassen, wie das bei ihren zahlreichen, ebenfalls hochkarätig
besetzten Vorgängerinnen der Fall war?
Die Berufung Weises verstärkt jedenfalls das ungute Gefühl, es
werde hier nicht um die Fragen gehen, die dringend solider Antworten
bedürfen: Wie kommt die Bundeswehr weg von einer Planung, die fast
ausschließlich vom Anforderungsprofil des gerade zurückliegenden
Einsatzes und vom Rotstift geprägt ist? Beschreitet sie innovative
Wege des Personalmanagements, etwa mit kleineren Einheiten und einem
zeitgemäßen Reservistenwesen? Werden die zivilen Strukturen endlich
einer Armee im Einsatz angepasst?
Bei allem Respekt vor Weises erwiesenem analytischen und
organisatorischen Geschick: Das sind keine Fragen, die sich so
nebenbei beantworten lassen.
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