Osnabrück (ots) – Den Boden nicht bereitet
Und noch eine Strukturkommission für die Bundeswehr. Das traurige
Schicksal seiner Vorgängerinnen vor Augen, die auch mit ihren
brillantesten Ideen an Wurstigkeit in Bundestag und Regierung
abgeprallt sind, steht dieser Sechserrat vor drei Hürden.
Erstens: Solange sich Deutschland den Luxus leistet, die äußere
Sicherheit nicht als eine staatliche Kernaufgabe zu begreifen, obwohl
sie das ist, wird kein Berater irgendwas bewegen. So gut er auch sein
mag.
Zweitens: Soll die Bundeswehr auf größere Fähigkeit zum Einsatz
getrimmt werden, muss die Kommission brachial gegen den
Bürokratisierungswahn angehen. Beginnend beim Papierkrieg, den schon
jeder Kompaniechef führen muss. Endend bei der zivilen
Bundeswehrverwaltung, die es endlich strikt auf Einsatzunterstützung
auszurichten gilt. Das wird besonders schwer. Schließlich leidet
nicht allein die Armee, sondern die Gesellschaft insgesamt an
Regelwut und Dokumentationssucht.
Drittens: Zu tragfähigen Strukturen findet diese Kommission nur,
wenn sie den in aller Militärplanung verbreiteten Fehler vermeidet,
gedanklich am jüngsten Einsatz kleben zu bleiben.
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg aber hat mit seiner
Vorgabe, alles nur ein bisschen besser zu machen, gewiss nicht den
Boden bereitet, in neue Richtungen zu denken. Doch das bräuchte die
Bundeswehr.
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