Osnabrück (ots) – Drängende Fragen
Der Bundestag sollte sich vor Kurzsichtigkeit hüten. Zwar ist es
notwendig, die Glaubwürdigkeit des Verteidigungsministers zu prüfen.
Hat Karl-Theodor zu Guttenberg nur Sündenböcke für seine
Fehleinschätzungen gesucht? Hat er die Öffentlichkeit getäuscht?
Diese Fragen müssen schon aus Gründen der politischen Hygiene geklärt
werden. Doch darf dies nicht den Blick auf Kernfragen versperren.
Fest steht: Der Kampf in Afghanistan ist und bleibt umstritten.
Und je härter er geführt wird, desto mehr wächst die Gefahr tödlicher
Fehler. Blutige Belege dafür sind die vielen zivilen Opfer: Mehr als
2400 waren es nach UNO-Angaben allein im vergangenen Jahr.
Bei Kundus hat sich nun auch die Bundeswehr die Finger schmutzig
gemacht. Und spätestens seitdem wüsste man gern genauer, wie “robust”
ihr Mandat denn nun ist, ob wirklich alles getan wird, um unschuldige
Opfer zu vermeiden. Und wie erreicht werden kann, dass Fehler
schneller aufgeklärt werden.
Darüber muss genauso intensiv diskutiert werden wie über
Guttenbergs mutmaßliche Fehltritte. Er ist zwar eine zentrale Figur
des Geschehens – aber längst nicht von so großer Bedeutung, als dass
darüber unverändert drängende Grundsatzfragen zu Krieg und Frieden
vernachlässigt werden dürfen.
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